Denkmäler

Das Auffallendste an Denkmälern ist nämlich, dass man sie nicht bemerkt. Es gibt nichts auf der Welt, was so unsichtbar wäre wie Denkmäler.

Robert Musil

Ideologie und Materie

Die ausgewählten Denkmäler sind über ganz Baden-Württemberg verteilt. Sie wurden zwischen 1918 und 1939 sowohl in Dörfern als auch in Städten errichtet. Sie zeigen die Fähigkeit der Künstler, das ideologische Fundament der Auftraggeber zum Ausdruck zu bringen – nicht zuletzt deshalb, weil die Gestaltung eines Gefallenendenkmals für sie einen bedeutenden Auftrag darstellte. Für die Auftraggeber selbst war die Finanzierung eines Denkmals jedoch oft ein Kraftakt. Durch Spendenaufrufe und die Unterstützung wohlhabender Bürger eröffnete sich – mit etwas Glück – die Möglichkeit, einen renommierten Künstler zu beauftragen und kostspielige Materialien wie Bronze oder Granit zu verwenden.

Geschichte und Erinnerungskultur

Dies schloss die Verwendung anderer Werkstoffe keineswegs aus: Auch Sandstein, Kalkstein, Zementbeton, Holz, Fresken, Glasfenster und fotografische Elemente kamen zum Einsatz. Mit ihrer Vielfalt an Materialien sowie den unterschiedlichen Bild- und Sprachformen bilden diese Denkmäler ein eigenständiges Genre. Die heute bisweilen als eigentümlich wahrgenommenen Plastiken, Skulpturen und Bauwerke näher in den Blick zu nehmen und ihren verschiedenen Ausdrucksformen nachzugehen, vermittelt Kenntnisse über ihre Geschichte und eröffnet zugleich vielfältige Einsichten in den Wandel der deutschen Erinnerungskultur.

Pazifistische Denkmäler? Fehlanzeige!

Ein Denkmal „gegen den Krieg“ stellte die verbreitete Sinngebung des Gefallenengedenkens infrage. Es zeigte nicht Opferbereitschaft und nationale Größe, sondern Leid, Tod, Niederlage und Vergeblichkeit. Für Angehörige, Veteranenvereine und konservativ-nationalistische Milieus konnte dies wie eine Herabsetzung der Gefallenen wirken. Dennoch, es gibt wenige, und man kann in Ihrer Darstellung erkennen, warum sie oft verhasst waren.

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