“Wir haben den Tod in jedem Stadium monatelang vor Augen gehabt. Nach missglückten Vorstößen blieben verwundete Kameraden in dem Stacheldraht vor den feindlichen Gräben hängen. Wir konnten und durften ihnen keine Hilfe bringen, da die Franzosen unbarmherzig niederschossen, was in ihre Nähe kam. Das entsetzliche Geschrei der Sterbenden hallte Tag und Nacht in unseren Ohren, bis es verstummte. Dann atmeten wir auf. Aber was nun kam, war ebenso fürchterlich. … Ja, wir sahen Leichen in dem Stadium der Gerippe vor uns, die wir einst Freunde nannten”. (Feldpostbrief, vom 4.10.1915 des Infanteristen Carlpeter B., über das Geschehen vor den Stellungen bei Ypern).
Wir sahen Gerippe vor uns, die wir einst Freunde nannten.
In welchem Schlachtfeld sind die Soldaten gefallen, deren Namen in den Denkmälern eingraviert sind? Und wie sehen diese Orte heute aus? Im Ersten Weltkrieg gab es in Europa vier Fronten: Westfront (Frankreich und Belgien); Ostfront, (Ostpreußen, Polen, Russland), Balkanfront (Rumänien und Serbien) und Italienfront. Das Projekt sieht vor, circa zehn Soldaten zu identifizieren, die in den einzelnen Frontabschnitten gekämpft haben, und ihr Foto und eine Biografie zusammen mit dem Schlachtfeld, wo sie gefallen sind, zu zeigen. Der Duktus dieses Projektes ist, die Sprache der Gefallendenkmäler zu erklären sowie die Bedeutung, für die Menschen vor hundert Jahren hatte, visuell zu erforschen. Die Schlachtfelder gehören zu dieser Visualisierung dazu. Und es zeigt auch, wo in Europa, den Ersten Weltkrieg stattgefunden hat.