Die ausgewählten Denkmäler zeigen einerseits die ausdruckstarken Fähigkeiten der Künstler, das ideologische Fundament des Auftraggebers wiederzugeben, auch weil für sie die Gestaltung eines Gefallenendenkmals ein wichtiger Auftrag war. Für die Auftraggeber war es dennoch ein Kraftakt, ein Denkmal zu finanzieren. Mit Spendenaufrufen und „Sponsoring” von wohlhabenden Menschen gab es, wenn man Glück hatte, die Möglichkeit, einen bekannten Künstler zu beauftragen und teure Materialien zu verwenden, wie Bronze oder Granit. Das hinderte aber nicht daran, dass man andere Materialien verwenden konnte, wie Sandstein, Kalkstein, Gusseisen, Zementbeton, Fresken, Glasfenster und Fotografie.
“Das Auffallendste an Denkmälern ist nämlich, dass man sie nicht bemerkt. Es gibt nichts auf der Welt, was so unsichtbar wäre wie Denkmäler.“ Robert Musil, Nachlass zu Lebzeiten.
Und genau diese Vielfältigkeit an künstlerischen Umsetzungen und Materialien ist faszinierend. Nach dem Krieg war Deutschland arm, immense Reparaturzahlungen belasteten die gerade entstandene Republik, zwei Millionen Männer kamen von der Front nicht zurück. Die Menschen hatten große Nöte, und wahrscheinlich war es unausweichlich, durch die Gefallenendenkmäler Trost zu finden, um dem Tod der Angehörigen „einen Sinn zu geben“ und die entstandene Lage zu akzeptieren. Klar, dafür verantwortlich waren diese Menschen zuerst mal nicht.
