Gebhard Amann in Apremont-la-Forêt

Es ist nur einer von zehntausenden von Fällen: Gebhard Amann aus der Nähe von Ravensburg kam am 23. April 1915 im Wald von Apremont bei einer Minen-Explosion ums Leben. Der Bauernsohn Amann wurde nur 22 Jahre alt, war gerade eben kurz zuvor volljährig geworden. Der Wald von Apremont war während des Ersten Weltkrieges stark umkämpfter Kriegsschauplatz, vor allem während der ersten Woëvre-Schlacht – südlich von Verdun, der sogenannten Osterschlacht, im April 1915. Der Sohn von Kleinbauern aus Alberskirch (damals Gemeinde Taldorf; heute Teil der Stadt Ravensburg) wurde am 17.11.1892, als zweites Kind von Konrad und Kreszentia Amann geboren. Er war Soldat seit dem 5.11.1914, eingezogen beim Landwehr-Infanterie-Regiment 120/9 in Weingarten, Württemberg. Ins Feld zog er am 22.2.1915. Zwei Monate später war Amann tot. Es gibt keine Grabstelle für den Bauernsohn. Lange wurde diese irrtümlich vermutet auf dem Kriegsgräber-Friedhof St. Mihiel, etwa zehn Kilometer westlich von Apremont-la-Forêt. In einer Gedenkschrift der Gemeinde Taldorf wurde als Todesursache später „Verschüttung“ genannt. Die Eltern stellten 1916 ein Gedenkkreuz an der Hofzufahrt im Heimatort Alberskirch auf. (Stefan Jehle)

Foto für das Publikationsprojekt „IN STEIN GEMEISSELT“ über die Gefallenendenkmäler des Ersten Weltkriegs in Baden‑Württemberg.

Am Morgen des 8. April 1915 wurde die Kompanie des Adjutanten Pericard von einem heftigen Gegenangriff umzingelt, woraufhin er seine Soldaten aufforderte: „Steht auf, ihr Toten!“

Der Bayerngraben und der Schützengraben von Roffignac sind beeindruckende deutsche und französische Frontgräben in unmittelbarer Nähe. Sie sind weniger als dreißig Meter voneinander entfernt. Anfang April 1915 versuchten die Franzosen, den Abschnitt von Saint-Mihiel an der Maas zurückzuerobern. Im Bayerngraben und dem Schützengraben von Roffignac kam es zu äußerst heftigen Kämpfen, bei denen 1565 französische Soldaten ihr Leben verloren, 7657 verwundet und 845 als vermisst gemeldet wurden. Auf deutscher Seite beliefen sich die Verluste auf etwa 10.000 Tote und Verwundete. Für diesen schrecklichen Tribut benötigten die Deutschen drei Monate, um 300 Meter Boden zu erobern. Neben den besonders schwierigen Bedingungen, wie Kälte und Feuchtigkeit in den Schützengräben, war die französische Armee weit weniger gut vorbereitet als ihr Gegner. Die französischen Schützengräben waren aus Erde, die deutschen aus Beton mit zahlreichen Aufbauten.

Ort:FreiburgJahr:1929Künstler:Karl August Donndorf (1870-1941)Fotografie:Gustavo Alàbiso

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