Richard Schindler ist bildender Künstler, Autor von Texten zur Kunst, und Initiator und Mitbegründer der gemeinnützigen Freien Landesakademie Kunst. Er realisierte mehrere Aufträge zur Kunst im öffentlichen Raum und war Gastprofessor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg und lehrte u. a. an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel und an der Hochschule Furtwangen.

Manchmal ist es wichtig, dass Kunstwerke überhaupt da sind und wirken – auch ohne bewusst wahrgenommen zu werden. Entscheidend ist, dass sie wahrgenommen werden können. Das gilt für den hier vorgeschlagenen „Point of View“: eine nutzbare, alltagstaugliche Skulptur als explizites Gegenbild zum NS-Monument in Waldkirch-Kollnau.
Ich schlage vor, auf dem Kirchenvorplatz, schräg gegenüber dem NS‑Monument, eine nutzbare Skulptur in Form einer eigens für diesen Zweck hergestellten und gestalteten Sitzbank aus diversen Materialien (Mixed Media: Metall, Glasfaser, Kunstharz, Auto- und Bootslacken) zu platzieren. (…) Die Bank ist eine Einladung, sich zu setzen, und zugleich eine Blickempfehlung. Sie kann genutzt werden, um sich darauf fotografieren zu lassen. Wenn es in Reden der NS‑Einweihungsfeier heißt: „An diesen Denkmälern soll sich das Volk versammeln …“, soll sich nach dem Vorschlag kein Volk versammeln, sondern Einzelne oder wenige Betrachtende der Geschichte zuwenden … (Auszug aus dem Exposé für ein Gegendenkmal „Kollnauer Point of View“ von Richard Schindler, Mai 2019)