Im Ortsteil Peterstal ist am Fuß des Kirchhofs der kath. Pfarrkirche St. Peter und Paul eine an drei Seiten durch Mauern eingefasste, zur Straße offene Heldengedenkstätte abgeteilt. In die parallel zur Straße stehende Mauer aus rustizierten Sandsteinquadern ist ein querechteckiger Relieffries eingefügt. Der Versammlungsplatz für Gedenkfeiern, etwa am Volkstrauertag, zog den Straßenraum mit ein. Wie in Kollnau und Mittelzell wurde 1936 auch hier ein katholisches Kirchengebäude mit einem Gefallendenkmal konfrontiert.

Dargestellt ist der Aufbruch in den Krieg. Die Komposition ist symmetrisch angelegt. Im Zentrum befindet sich eine Familie mit zwei Kindern in Schwarzwälder Tracht. Offenbar verabschiedet sich der Vater von seiner Familie. Links treibt ein Hornist, rechts ein Trommler (der, für die NS-Kunst ungewöhnlich, als Tod dargestellt ist) die nach links und rechts ausmarschierenden Soldaten in den militärischen Kampf. Beide werfen dem Familienvater einen auffordernden Blick zu.
Wie im gleichen Jahr entstanden Denkmal für das 76er-Infanterieregiment in Hamburg-Dammtor marschieren die einförmig-typisierten Gestalten in Viererreihen im Gleichschritt als entindividualisierte soldatische Organismen, die die nationalsozialistische „Volksgemeinschaft“ verkörpern, in den Krieg.
Beidseits des Reliefs befinden sich die Tafeln mit den Namen und Daten der Kriegsopfer, jeweils zwischen den Symbolen der Wehrmacht (Eisernes Kreuz) oben und des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. (drei Kreuze) unten. (Dr. Folkhard Cremer)