Das Denkmal am Rumpelstein in Gernsbach

Das weithin sichtbar gelegene Denkmal am Rumpelstein ist ein mit seiner Lage und Gestaltung charakteristisches Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs aus der Zeit des Nationalsozialismus. Es wurde 1936 unter großem propagandistischem Pomp durch die nationalsozialistische Führungselite Gernsbachs in Gegenwart des badischen Innenministers eingeweiht.

Foto für das Publikationsprojekt „IN STEIN GEMEISSELT“ über die Gefallenendenkmäler des Ersten Weltkriegs in Baden‑Württemberg. Foto:Gustavo Alàbiso

„Hier wurde gleichsam ein heiliger Ort inszeniert, der als Aufmarschort im Rahmen von Gedenkveranstaltungen der nationalsozialistischen ‚Volksgemeinschaft‘ dienen sollte.“

Das Denkmal ordnet sich mit seiner Lage und Gestaltung dem Typus der heroisierenden „Totenburgen“ ein, die in der Zeit des Nationalsozialismus als Gefallendenkmäler errichtet wurden. Dabei wurde in Gernsbach bewusst ein Aussichtspunkt mit Blick auf die Stadt gewählt. Das Denkmal auf dem Rumpelstein ist damit ein zeittypisches Zeugnis der kriegsverherrlichenden Gedenk- und Feierkultur im sog. Dritten Reich und kann nicht getrennt vom Regime und seiner Ideologie gesehen werden, auch wenn es nach dem Zweiten Weltkrieg um weitere Namensinschriften und eine Gedenktafel für die Heimatvertriebenen erweitert wurde. Es ist ein wichtiges Mahnmal für die politische Instrumentalisierung des Gefallengedenkens durch eine Diktatur und von stadt- wie landesgeschichtlicher Bedeutung. (Wikipedia, Liste der Kulturdenkmale in Gernsbach)

Ort:Gernsbach, Landkreis RastattJahr:1936Künstler:Ernst StollFotografie: Gustavo Alàbiso

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