Die Gemeinde dachte aber nicht nur an die materielle Sicherheit der Heimkehrer, sondern versuchte, „nachdem der schreckliche Krieg mit seinem Morden ein Ende genommen hat“, ihre Psyche zu unterstützen. Trotz des fehlenden Geldes überreichte der Stadtrat jedem Heimkehrer als Zeichen des Dankes und um ihm eine Freude zu bereiten, etwas Bargeld, 5 Zigarren, 20 Zigaretten und 5 Gläser Bier.

Als am 5. März 1920 sämtliche Kriegsgefangenen heimgekehrt waren, veranstalteten die Gemeinde und die Vereine einen Festabend im Hirsch zu Ehren der Teilnehmer am Ersten Weltkrieg. Zusätzlich erhielt jeder 150 Mark bar. Am Weihnachten griff die Gemeinde abermals in die Tasche und gab den Kriegswitwen je 100 Mark und den Waisen je 50 Mark.
Nicht jedem der Ausgezogenen war es vergönnt, die Heimat wiederzusehen. Von den 228 Kriegsteilnehmern fielen 32, und vier blieben vermisst. Ihnen zum Gedächtnis sollte auf der sogenannten „Wurst“ ob dem Wasserreservoir ein Denkmal errichtet werden.
Der Bildhauer Teufel erhielt den Auftrag, das Denkmal in Muschelkalk auszuführen. Der Kostenviorschlag betrug 34 685 Mark. Als das Denkmal ein Jahr später, 1922, fertig war, beliefen sich die Kosten auf 69 100 Mark. Der Gemeinderat bewilligte aber nur 50.000 Mark, worauf Teufel den Rechtsweg einschlug. Ein Vergleich kam nicht zustande. Die Inflation legte den Streit von allein bei, und die Gemeinde bezahlte mit Leichtigkeit die ausstehende Forderung. Eine weitere, unschöne Sache war die mangelhafte Mitarbeit der Bevölkerung. Mit Begeisterung hatte man beschlossen, bei der Gestaltung des Platzes freiwillig Hand anzulegen. Doch die freiwilligen Helfer blieben rar, und Gemeindemitarbeiter mussten eingesetzt werden. Endlich am 10. Juni 1923 konnte das Denkmal feierlich eingeweiht werden. Auch Bildhauer Teufel nahm an dem Festakt teil. (Aus: „Mühlheim an der Donau. Geschichte und Geschichten einer Stadt“ von Elmar Blessing, Verlag Jan Thorbecke, Sigmaringen 1985)