Über die gewählte Variante eines nackten Mannes schreibt der Teckbote in seinem Bericht über die Denkmalseinweihung vom 30. September 1928 schließlich: „Die Figur drückt keine Wirklichkeit aus und stellt keinen abschiednehmenden, kämpfenden oder sterbenden Krieger dar: sie wirkt sinnbildlich.“ Die „edel durchgebildete Jünglingsfigur“ sei das Sinnbild der Hoffnung. In den entsprechenden Reden ging es natürlich wieder um die Opfer, die nicht umsonst sein sollten und nie vergessen werden dürften.

Das Kriegerdenkmal auf dem Alten Friedhof hätte ebenfalls schon 1922 entstehen sollen, wie Norbert Häuser herausgefunden hat. Von Anfang an war es heftig umstritten. Es gab sogar Stimmen, die empfahlen, lieber eine Turn- und Festhalle zu bauen, „die gleichzeitig Gedächtnishalle für die Gefallenen sein könne“. Die Inflation verhinderte zunächst alle weiteren Pläne.
Sei getreu bis in den Tod, und ich will Dir die Krone des Lebens geben. (Offenbarung 2.10.)
Erst im Mai 1927 hat der Gemeinderat mit knapper Mehrheit das Modell abgesegnet, das heute noch auf dem Friedhof zu sehen ist. Kontroverse Diskussionen gab es aber immer noch, beispielsweise bei der Frage, ob die Namen der gefallenen Kirchheimer Soldaten aufgeführt werden sollten oder nicht. Im Teckboten vom 28. September 1925 ist davon die Rede, dass die Namen mit der Zeit in Vergessenheit geraten würden. (Aus dem Vortrag, „Die Kriegerdenkmäler im Landkreis Esslingen“ von Norbert Häuser, erschienen im „Der Teckbote“)