Architekt Mäkle erläuterte bei der Denkmalenthüllung seinen Grundgedanken: Das Denkmal soll ein mahnender Finger sein, der daran erinnert, die nicht zu vergessen, die sich für ihre Heimat geopfert haben. Damit dieser Finger nicht zu schmächtig in der Umgebung steht, ist er verdreifacht. Die mittlere Säule mit einem Kreuz auf der Spitze stellt den Glauben an Gott als den Lenker unserer Geschicke dar. Vor ihr steht ein gebeugter Krieger, der aber innere Kraft ausstrahlt. Der linke Pfeiler ist die Liebe zu Gott und Heimat, der rechte die Hoffnung auf ein Wiedererstarken des Vaterlandes.

Jede Säule trägt oben ein Wappen für die staatliche und kommunale Zugehörigkeit der
geehrten Kriegstoten, in der Mitte den Adler für das Deutsche Reich, links die drei
Hirschgeweihstangen für Württemberg und rechts zwei Schilde und ein Topfhelm für Neuenstadt.
„SIE GABEN IHR ALLES, IHR LEBEN, IHR BLUT, SIE GABEN ES HIN MIT HEILIGEM MUT, FÜR UNS!
Das Pathos dieser Worte ist zeitgebunden und gibt die Stimmung zwischen den beiden
Weltkriegen wieder. Dennoch sind Denkmal und Text so schlicht und zurückhaltend, dass ihnen die politischen und ästhetischen Entwicklungen bis heute nichts anhaben konnten. (Aus: Das Kriegerdenkmal in Neuenstadt, von Gottfried Reichert, 2002)