Der Löwe von Ehingen

Am 1. Juli 1934 wurde am Ehinger Groggensee ein mächtiger Löwe als Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs eingeweiht. Am Morgen fand in beiden Kirchen ein Festgottesdienst statt, dessen Besuch Bestandteil der Dienstordnung der NSKOV (Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung) ‑Ortsgruppe Ehingen war. Danach schloss sich die Weihe der Fahnen des Kyffhäuserbundes in der Festhalle an.

Foto für das Publikationsprojekt „IN STEIN GEMEISSELT“ über die Gefallenendenkmäler des Ersten Weltkriegs in Baden‑Württemberg. Foto: Gustavo Alàbiso

Und daneben auf dem Lindenplatz stellte sich danach auch der Festzug auf, der sich über den Marktplatz durch die heutige obere Hauptstraße zum Schmiechgraben bewegte. Die Marschfolge war folgendermaßen festgelegt: Hitlerjugend, SA-Ehrensturm, SA-Reserve, SS und Motor-SS, Fliegergruppe, Parteiorganisation, zivile Parteigenossen, Musikkapelle, Bürgerwache, Kriegerverein und Militärverein.

Es scheint, dass Bildhauer Gottlob Frey aus Stuttgart über Parteikanäle die weitere Mitwirkung von Sieferle unterbunden hat. Dabei könnte auch eine Rolle gespielt haben, dass dieser Badener war.

Nach einem Bericht des Bürgermeisters vor dem Gemeinderat führte Frey anatomische Fehler am Löwen ins Feld. Nachdem Sieferle sich schließlich mit einer Abfindung zufrieden gab, schloss man mit Kunstbildhauer Frey einen Werkvertrag, demzufolge er das Kriegerdenkmal nach einem eingereichten zweiten Modell fertigstellen sollte. Bei der Einweihung des Denkmals wurde nicht Sieferle, sondern Eugen Frey als „Erbauer des Denkmals“ vorgestellt, und Frey wurde auch die Ehre zuteil, bei diesem Anlass eine Ansprache zu halten.

Ort:Ehingen an der Donau, Alb-Donau-KreisJahr:1934Künstler:Gottlob Eugen Frey (1885-1943)Fotografie:Gustavo Alàbiso

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