Die Kriegsgöttin und Göttin der Weisheit „Pallas Athene“ in Karlsurher KIT

Die „Pallas Athene“ als gleichzeitige Kriegsgöttin und Göttin der Weisheit, eignete sich vorzüglich für Denkmäler der gefallenen Studenten, Beamten und Professoren einer Hochschule. In dieser Form tritt die griechische Göttin auf dem 1924/25 von Karl Albiker geschaffenen Gefallenendenkmal im Ehrenhof des Karlsruher Institutes für Technologie in Erscheinung.

Albiker erlangte 1924 den Auftrag, für den von dem Architekten Max Laeuger neu gestalteten Hof der Technischen Hochschule Karlsruhe ein Gefallenendenkmal zu entwerfen. Er entschied sich für eine monumentale Bronzefigur der die Waffen streckenden „Pallas Athene“. Mit der klagend gen Himmel gerichteten Gesichtsmaske des Helms und dem fragend nach innen gerichteten Blick des tatsächlichen Antlitzes ist es Albiker gelungen:

Die Ambivalenz des Kriegsgeschehens zwischen Mut und Entschlossenheit einerseits und Zweifel, bzw. Realisation der Niederlage andererseits. 

Der nach oben geschobene Helm, die den Körper schutzlos freigebende Geste des erhobenen Schildes, die nach unten geneigte Lanze, all das sind Gesten der geschlagenen Kämpferin, die gedemütigt das Schlachtfeld verlässt und dabei in ihrer Mimik mit der Verarbeitung der Niederlage beschäftigt ist, vielleicht über die Kriegsfolgen nachdenkt, vielleicht die Gefallenen der Technischen Hochschule betrauert. (Dr. Folkhard Cremer)

Ort:KarlsruheJahr:1925Künstler:Karl Albiker (1878–1961)Fotografie:Gustavo Alàbiso

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