Das Kriegerdenkmal in der Stadt Heilbronn entstand 1929–1936, als der ebenerdige Bereich des historischen Hafenmarktturms zum Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs nach Entwürfen des Architekten Paul Bonatz umgestaltet wurde.

Das Flachrelief im Tympanon des gotischen Portals zeigt den Heiligen Michael mit einem Schwert, den Schriftzug „Ihre Opfer – Unser Leben“ sowie darunter einen Fries mit marschierenden Soldaten (links Soldaten, die sich von ihren Familien verabschieden). Dieses Relief wurde von den Bildhauern Erwin Scheerer, Wilhelm Schäffer und Karl Dübbers geschaffen.
Am Ende des Ersten Weltkriegs war Heilbronn geprägt von der Kriegswirtschaft mit ihrem Mangel und ihren Lebensmittelrationierungen. Es herrschten Hunger, Kälte und Krankheiten. Die Arbeitswelt hatte sich im Laufe des Krieges verändert. Jugendliche, aber vor allem Frauen, übernahmen die Arbeiten der eingezogenen Männer.
Heilbronn war im Ersten Weltkrieg eine Garnisonsstadt. Militär, Soldaten und Verletzte dominierten das Stadtbild. Hier waren die Bataillone I und III des 122. Füsilier-Regiments stationiert. Das 122. Regiment wurde 1806 gestiftet und trug den Namen „Füsilier-Regiment Kaiser Franz Joseph von Österreich, König von Ungarn“. Die Füsilier-Kaserne, spätere Moltke-Kaserne, befand sich auf dem Gelände des heutigen Polizeipräsidiums und des Finanzamtes. Aus der Region rekrutiert, dienten viele Heilbronner im 122. Regiment. Nach dem Waffenstillstand kehrte das 122. Füsilier-Regiment nach Heilbronn zurück und zog am 4. Januar 1919 in Heilbronn ein. Noch im selben Jahr wurde es aufgelöst. (Aus: Ute Kümmel (13. November 2018). 1918–2018: Heilbronn als Garnisonsstadt im Ersten Weltkrieg. Heilbronn historisch. Abgerufen am 27. Juli 2026 von https://doi.org/10.58079/pomy)