Die Zwei Soldaten in Murg

Wahrscheinlich war es ein Zufall, aber ein genialer. Als das Murger Jugendrotkreuz am 8. Mai 2007 mit einem großen Fest für den Frieden in der Welt den Weltrotkreuztag auf dem Schulhof in Murg feierte, fand das vor der Kulisse des mächtigen Kriegerdenkmals statt. Am späteren Nachmittag versammelten sich Kinder und Erwachsene in einem großen Kreis auf der Bühne vor dem Denkmal. Jedes Kind hielt eine selbst gemalte Flagge seiner Nationalität in der Hand. Ein Band in Weiß, der Farbe des Friedens, verband sie alle zu einer großen Gemeinschaft. Hinter ihnen ragte das wuchtige Kriegerdenkmal wie ein Mahnmal für den Frieden in den grauen, wolkenverhangenen Himmel. Es war ein eindrückliches Bild.

Foto für das Publikationsprojekt „IN STEIN GEMEISSELT“ über die Gefallenendenkmäler des Ersten Weltkriegs in Baden‑Württemberg. Foto: Gustavo Alàbiso

Bis zu jenem Tag war über viele Jahre hinweg immer wieder heftig am Sockel der beiden Gestalten des Denkmals gerüttelt worden, zumindest geistig. Viele hätten die Skulptur des Bildhauers Hugo Knittel, die im Jahr 1938 als Ehrenmal der gefallenen Murger Bürgersöhne auf dem Schulhof eingeweiht worden war, am liebsten entfernt.
 

„Es ist vollbracht: Die beiden Soldaten des Murger Kriegerdenkmals haben ihre 50 Meter lange Reise heil überstanden und stehen nun, um 90 Grad gedreht, auf dem neuen Sockel nordwestlich der Murgtalschule.“ (aus der Argauer Zeitung, 23. Oktober 2014)

Die sehr emotional geführten Diskussionen kreisten um die Ästhetik der Figurengruppe. Die kriegerische Darstellung sei unzeitgemäß und unpassend für einen Schulhof, so die Kritiker. Jene, die für den Erhalt eintraten, betonten ihrerseits den Erinnerungswert und wollten das Denkmal als Friedens- und Mahnmal verstanden wissen: „Das, was einmal war, soll niemals wieder sein.“ (Brigitte Chymo, www.suedkurier.de, 14. November 2025)
Ort:Murg, Landkreis WaldshutJahr:1938Künstler:Hugo Knittel (1888-1958)Fotografie: Gustavo Alàbiso

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