Der sterbende Krieger in Schemmerhofen

Das Denkmal zeigt vorn einen von der Kugel getroffenen, sterbenden Soldaten auf einem hohen Sockel. Dahinter eine Kreuzigungsgruppe mit einer auf einem Querbalken im Chorbogen aufsitzenden, damals als „germanisch“ oder „nordisch“ interpretierten Triumphkreuzgruppe. Das imposante gemeinsame Kriegerdenkmal von 1921 der damaligen Gemeinden Aufhofen und Langenschemmern. Stifter war der Langeschemmer Bauernsohn und Eisenbahnbeamte Josef Müller. 

Foto für das Publikationsprojekt „IN STEIN GEMEISSELT“ über die Gefallenendenkmäler des Ersten Weltkriegs in Baden‑Württemberg.

„Solange auf der Hauptbahn Friedrichshafen–Ulm die Militärzüge und die Militärtransporte andauerten, mussten auch Langenschemmern Bahnwachen stellen. Namentlich mussten die Überführung, der Bahnhof und die Rissbrücke bewacht werden. Obwohl die Wachen entschädigt wurden, gab es Bürger, welche den Dienst nur ungern oder gar nicht versahen und Wundern was meinten, welches Opfer sie dem Vaterland brächten.

Am meisten erbittert waren die „Urlauber“. Sie klagten darüber, dass die Arbeiter in den Fabriken mehr verdienten als der Soldat draußen, der für einen Sold von wenigen Pfennigen sein Leben in die Schanze schlagen musste.

Dass der Drückeberger als der Klügere und der Frontsoldat als der Dummkopf angesehen wurden. Dass der Krieg zu Geschäft wurde, dass der Schleichhandel blühte und Schieber und Zwischenhändler wie Giftpilze aus dem Boden schossen. Trotzdem kehrten sie wieder an die Front zurück und taten ihre Pflicht bis zum Letzten.“ („Ehrenbuch von Langenschemmern“, in „Oberschwaben im Ersten Weltkrieg“, eine Publikation der IG-Heimatforschung Kreis Biberach, 2018)

Ort:Schemmerhofen, Landkreis BiberachJahr:1921Künstler:UnbekanntFotografie:Stadt Schemmerhofen

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