Jakob Wilhelm Fehrle schuf 1935 das Kriegerdenkmal in Schwäbisch Gmünd für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, eine neun Meter hohe, aus 21 Gussteilen gefertigte Bronzesäule nach Vorbild der Trajanssäule mit umlaufendem Relief ausziehender, kämpfender und fallender Soldaten, gekrönt von Hakenkreuz und Reichsadler. Nachdem die Säule 1946 vorübergehend abgebaut worden war, wurde 1952 statt Hakenkreuz und Adler ein ebenfalls von Fehrle gefertigter Erzengel Michael auf einer Kugel aufgesetzt und die Säule dem Gedenken der Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges gewidmet.

Andrea Löw, Professorin und Leiterin des Zentrums für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte in München, sieht im Programm der AfD den Versuch, die historische Last des Nationalsozialismus politisch umzudeuten. Rechtsextreme Akteure stünden unter dem Eindruck, dass ihr politisches Handeln untrennbar mit der NS-Vergangenheit verknüpft werde.
Auf dem Bild: Kranzniederlegung der AfD-Fraktion Schwäbisch-Gmünd am Kriegerdenkmal, Volkstrauertag 2025.
Eine stärkere Betonung nationaler Größe und soldatischer Tradition solle dieses Bild überlagern: „Das ganze politische Handeln von Rechtsextremisten ist überschattet von der Geschichte des Nationalsozialismus und der Geschichte des Holocaust. Das ist genau der Endpunkt, wo rechtsextreme Politik schon mal hingeführt hat. Das wollen sie loswerden und stattdessen hin zu einem Narrativ ruhmreicher deutscher Geschichte“, sagt Löw. (Auszug aus dem NDR Bericht: „Holocaust: Polemik statt Gedenken – Attacken gegen das Holocaust-Gedenken haben zugenommen. In Sachsen-Anhalt hat die AfD ein Regierungsprogramm vorgelegt, das zentrale Elemente der bisherigen Erinnerungskultur ausspart“ von Robert Bongen, Julian Feldmann und Noura Mahdhaoui).